Im Bergwerk Horst-Peter-Stollen wird als Abbauverfahren der Kammerfestenbau angewendet:

Die Lagerstätte ist durch Stollen und Hauptfahrstrecken ausgerichtet. Mehrere querschlägig verlaufende Strecken verbinden die einzelnen Baufelder miteinander und richten diese für den Abbau vor. Zumeist rechtwinklig zu den Aus- und Vorrichtungsstrecken werden zunächst Abbaustrecken aufgefahren, deren Abmessungen im Vortrieb ca. 5 bis 6 m Breite und ca. 6 m Höhe aufweisen. Zwischen den Abbaustrecken bleiben planmäßig Festen zurück, deren Grundfläche zumindest ca. 5 m mal 5 m beträgt.

Die vertikale Lage der Grubenbaue orientiert sich an standfesten (Anhydrit-) Lagen in der Nähe zum Liegendkontakt der Sulfatfazies. Je nach Lagerstättenausprägung und geomechanischen Verhältnissen kann eine Aufweitung der Abbaustrecken zu Kammern erfolgen. Deren Höhe wird zum Hangenden hin begrenzt durch eine Dolomitbank, die zugleich auch eine dauerhaft standsichere Firste ausbildet.

Dieser Zuschnitt sowie die gute Standfestigkeit der Gips- und Anhydritgesteine ermöglichen einen Abbau, ohne dass in der Regel zusätzlicher Stützausbau erforderlich wird. Bedarfsweise erfolgt eine Einbringung von Ankerausbau. Bei der Ausrichtung im Bereich der Durchörterung der Residualgesteine zur Tagesoberfläche hin wurde zusätzlich Unterstützungsausbau eingebracht.

Das gelöste Haufwerk wird in den Abbaustrecken geladen und abgefördert. Zur vollständigen Hereingewinnung der Lagerstätte und aus anderen bergtechnischen Gründen ist es sinnvoll, teilweise Versatz einzubringen. Hierfür geeignet sind lagerstätteneigene Gips- und Anhydritgesteine, vergleichbare Gesteine und Nebengesteine aus der Lagerstätte im Mittleren Muschelkalk.